Samstag, 25. Oktober 2014

Es gibt Zeiten zum Schreiben und solche, um anderes zu tun. Eigentlich hatte ich es ja gewusst und mich dann doch gewundert. In den letzten Wochen und Monaten meldete sich nichts – oder sagen wir lieber nichts besonders. Natürlich habe ich auch in der Zeit geschrieben. Texte für meinen Newsletter, Texte für Werke, in denen sich nur einzelne Artikel und ähnliches befinden. Heute ist mir klar, dass ich nicht die Muße hatte zu schreiben, weil sich anderes meldete: neue Ideen für meine Arbeit in der Praxis, Neuartiges für Workshops, die keine Workshops sind, und dann vor allem Karten, die gemalt werden wollen. Und so seltsam es sich anhören mag: es gab durchaus Gedanken, die es wert gewesen wären, sie schriftlich zu fixieren, doch ich hatte in dem Moment keine Lust, genau dies zu tun.

Nun könnte ich ja glauben, Schreiben mache mir keine Freude mehr. Doch genau das ist es nicht. So, wie es Texte gibt, die unbedingt auf Papier wollen, ganz gleich, ob es da auch nur irgendeinen anderen Menschen gibt, den das interessieren könnte, so gibt es auch Ideen und Gedanken, die sich weigern, schriftlich festgehalten zu werden. Manchmal geschieht es dann sehr viel später doch. Dann war einfach die Zeit noch nicht reif. Aber ebenso kann es auch geschehen, dass sie von mir nie schriftlich fixiert werden – zumindest sieht es im Moment so aus. Vielleicht sind es ja die Gedanken, die von einem anderen Menschen festgehalten werden sollen und die nur kurz bei mir zu Besuch waren. Oder sie waren nur notwendig, um mir für etwas anderes den Geist zu klären oder mich auf etwas neues vorzubereiten.

Genauso gut kann es aber auch sein, dass sie mich auf neue Lektüre vorbereiten wollten – oder auch andersherum, dass ich zuerst etwas von einem anderen Geist lesen sollte, ehe die Zeit reif ist, meine Gedanken festzuhalten. Es ist ein spannendes Gebiet und da ich mich nicht abmühen muss, in irgendein Schema von Literatur, Philosophie oder ähnliches zu passen – weil mir das nämlich vollkommen gleichgültig ist –, kann ich dem allen freien Lauf lassen.

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.