Freitag, 24. Januar 2014

Heute Morgen, kurz vor dem Aufwachen, hatte ich einen ungewöhnlichen Traum. Ich nahm einen Maler wahr, der sehr Seltsames ausführte. Vor ihm stand eine riesige Leinwand, gegen die sich ein nacktes Mädchen stellen sollte. Dann fuhr er mit den Händen, die voller Farbe waren, über die Leinwand, aber auch über den Körper des Mädchens. Ich spürte sowohl die Gefühle des Malers als auch die der Frau. Bei dem Maler war es ein Rausch, aber kein Kunstrausch, sondern ein Sinnenrausch, bei der Frau Angst und fast ein Gefühl wie Demütigung.

Es ging noch weiter und irgendwann – da hatte ich erfasst, dass ich in einem Traum bin – fragte ich mich, was das denn solle. Interessanterweise brach da der Traum ab, ich lag nun mit offenen Augen in meinem Bett und spürte noch einmal in diese Szene – und da wurde es mir klar. Das war der Anfang einer Geschichte, die ich schreiben sollte.

Während ich duschte und Haare wusch, gingen mir die Szenen weiter durch den Kopf und sehr bald erfasste ich, dass die Geschichte nicht an dieser Stelle beginnen sollte. Ja, sie wollte nicht einmal so erzählt werden. Denn nun sah ich auch die Fortsetzung. Das Mädchen fühlte sich tatsächlich so gedemütigt, dass sie anschließend in die Themse springt – vorher aber dem Maler einen kurzen Brief schreibt. Erst als er von dem Selbstmord erfährt, versteht er den Brief – und das bewirkt bei ihm eine Veränderung. Dieser nun veränderte Mann erzählt dann die Geschichte. Und der Titel wollte unbedingt: Die Vergewaltigung der Kunst heißen. Höchst seltsames Geschehen. Vielleicht blicke ich etwas klarer, wenn die Geschichte komplett auf Papier steht.

Stunden später: die Geschichte ist zu Ende geschrieben und hat mich dann doch an einer Stelle überrascht. Fast schamanisch kam mir das vor, was der gute Maler getan, um sich von dem alptraumhaften Bild zu befreien, das er von der Szene im Kopf hatte.

 

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